Ratgeber
Was Sie über das Strahlen wissen sollten!
Das Strahlen ist eine der vielseitigsten und effektivsten Methoden zur Reinigung, Bearbeitung und Veredelung von Oberflächen. Egal, ob es sich um Metall, Edelmetall, Beton, Stein, Glas oder Holz handelt, mit dem richtigen Strahlmittel lassen sich selbst hartnäckige Verschmutzungen, Korrosion oder alte Lackschichten gründlich entfernen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die verschiedenen Strahlmittel. Ihre Einsatzgebiete, Körnungen, Kornformen, Härte- und Reinheitsgrade sowie den Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Vorteile durch das Strahlen:
Beim Druckluftstrahlen wird ein Strahlmittel mit hohem Druck auf eine Oberfläche geschossen. Dadurch werden Rost, Farbe, Schmutz und Ablagerungen entfernt. Gleichzeitig entsteht eine aufgeraute, saubere Oberfläche, die ideal für weitere Beschichtungen oder Lackierungen geeignet ist. Mit dem passenden Strahlmittel lässt sich die Oberfläche gezielt bearbeiten – von der feinen Reinigung bis zur intensiven Entrostung in verschieden Reinheitsgraden SA‑3, SA‑2 ½, SA ‑2 und SA 1.
Beim Sandstrahlen ist der Begriff „Sand“ heute eher sinnbildlich zu verstehen. Früher wurde tatsächlich Natursand verwendet, was jedoch aus gesundheitlichen Gründen (Silikose Gefahr) in vielen Ländern nicht mehr erlaubt ist. Stattdessen kommen heute Silikose ungefährliche Strahlmittel zum Einsatz, die je nach Anwendung und Material variieren.
Heute werden ausnahmslos gesundheitsungefährliche Ein- oder Mehrwegstrahlmittel in unterschiedlichen Kornformen, Körnungen und Härtegraden für die Oberflächenbearbeitung verwendet.
In der modernen Strahltechnik spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle.
Der gezielte Einsatz von Ein- oder Mehrwegstrahlmittel aus umweltfreundlichen Sekundarrohstoffen, das Recycling und die Wiederverwendung sowie die umweltfreundliche Entsorgung von Strahlmitteln können Kosten senken und Ressourcen schonen. Durch eine vielfältige Auswahl unterschiedlichster Strahlmittel erreichen Sie ein optimales Strahlergebnis und eine bessere Umweltbilanz.
So strahlen Sie nachhaltig:
- Wählen Sie nur umweltfreundliche und gesundheitsungefährliche Strahlmittel aus.
- Berücksichtigen Sie auch Herkunft und Lieferwege zur Reduzierung von CO 2 Belastungen.
- Achten Sie auf staubarme Strahlmittel, um eine saubere Arbeitsumgebung zu gewährleisten.
- Wählen Sie Strahlmittel immer nach Ihren speziellen Jobanforderungen aus.
Einweg- und Mehrwegstrahlmittel unterscheiden sich durch ihre Nutzung: Einwegstrahlmittel werden in der Regel einmalig verwendet, während Mehrwegstrahlmittel mehrfach wiederverwendet werden können.
Kann man Strahlmittel wiederverwenden?
Ja, viele Strahlmittel können wiederverwendet werden in geschlossenen Strahlsystemen mit Aufbereitung. Die Wiederverwendung spart Materialkosten, reduziert Abfall und schont die Umwelt. Allerdings ist eine Wiederverwendung mit gleichzeitiger Aufbereitung nicht bei allen Strahlarbeiten in Außenbereichen technisch und wirtschaftlich zu realisieren. Deshalb entscheidet immer die Strahlaufgabe über die Auswahl nach Einweg- oder Mehrwegstrahlmittel.
Einwegstrahlmittel
Umweltfreundliche, gesundheitsungefährliche Einwegstrahlmittel, die aus Sekundärrohstoffen hergestellt werden und somit natürliche Ressourcen schonen, haben auch heute immer noch eine große Bedeutung beim Strahlen im Freien. Herkunft, Lieferzeit und Versorgungssicherheit spielt bei der Auswahl eine immer wichtigere Rolle. Einwegstrahlmittel aus Sekundärrohstoffen der europäischen Union sind seit Jahrzehnten bevorzugte Strahlmittel.
Mehrwegstrahlmittel
Mehrwegstrahlmittel wie Metallische Strahlmittel oder Korundstrahlmittel werden bevorzugt in geschlossenen Strahlsystemen eingesetzt. Dabei werden die Strahlmittel entweder mittels der Druckluft- oder Schleuderradtechnik beschleunigt. Je nach Einsatz und Anwendung können auch Granatsande, Glasstrahlmittel und sogar Schlackenstrahlmittel mehrfach verwendet werden. Die meisten Mehrwegstrahlmittel wie zum Beispiel Korund oder Granat stammen aus Vorkommen oder Produktionen außerhalb der EU.
Die Körnung (Größe der Partikel) hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Strahlergebnis. Eine feine Körnung (z. B. 0,04–0,18 mm) eignet sich für empfindliche Oberflächen, eine schonende Reinigung und eine leichte Aufrauhung. Mittlere Körnungen (z. B. 0,20 ‑1,40 mm) sind besonders geeignet für viele Anwendungen beim Entrosten und den Oberflächenvorbereitungen zur Beschichtung. Grobe Körnungen (1,40 – 2,80 mm) finden Verwendung für starke Verschmutzungen, Anbackungen oder zur Vorbereitung von Dickbeschichtungen. Durch die richtige Auswahl können Sie gezielt die Reinigungsgrade und somit die Strahlergebnisse beeinflussen. Außerdem hat die richtige Strahlmittelauswahl auch großen Einfluss auf die Staubentwicklung beim Strahlen, den Verbrauch und somit auf die Wirtschaftlichkeit.
Strahlmittelverbrauch
Der effiziente Einsatz von Strahlmitteln senkt den Verbrauch und spart Kosten. Optimieren Sie daher den Druck an der Düse, den Düsendurchmesser, den Strahlwinkel und den Strahlabstand sowie Strahldauer. Eine regelmäßige Wartung der gesamten Strahltechnik verbessert außerdem die Strahlergebnisse.
Strahlmittel-Recycling
Das Recycling und somit die Wiederverwendung von Strahlmitteln sind nachhaltig und wirtschaftlich. Mehrwegstrahlmittel lassen sich mehrfach verwenden. Durch die richtige Auswahl der Strahlmittel und den Einsatz von modernen Recycling-Systemen werden Rohstoffe gespart, Abfall minimiert und eine umweltfreundliche Arbeitsweise in der Oberflächenbearbeitungsindustrie unterstützt.
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